In der Michaelschule werden auf der Grundlage der Waldorfpädagogik und der auf ihr aufbauenden Heilpädagogik behinderte Kinder und Jugendliche unterrichtet. Das von Rudolf Steiner entwickelte Menschenbild steht als Idee hinter der Pädagogik und gibt Richtlinien für die Art der Unterrichtsinhalte, Methoden und Ziele.
Wichtigstes Ziel dieser
Heilpädagogik ist die Entfaltung der Individualität des
behinderten Menschen.- Verschiedenste Persönlichkeiten mit ganz
unterschiedlichen Besonderheiten und Behinderungen werden als Mensch
umfassend betreut, so daß die mangelnden Fähigkeiten in den
Kulturtechniken und im abstrakten Denken in den Hintergrund
treten.Altersgemäße Unterrichtsinhalte, vielfältige
künstlerische und handwerkliche Tätigkeiten wecken in den
Kindern Kräfte und Möglichkeiten, um begreifend und voller
Selbstvertrauen im Leben stehen zu können.
Die Michaelschule ist 1952> aus kleinsten Anfängen gewachsen. Ihre Gebäude stehen auf von der Stadt Frankfurt gepachtetem Grund zwischen einer moderenen Kindertagestätte und einem Freigelände im Stadtteil Griesheim.
Die Räume bieten Platz für 8 Schulklassen, insgesamt etwa 85 Kindern im Alter zwischen 6 und 19 Jahren. Für Kinder im Vorschulalter besteht eine "Aufnahme- und Beobachtungsstufe" (ab 4 Jahre).
In einem Klassenverband, der die ganze Schulzeit hindurch besteht, werden Kinder mit Behinderungen unterschiedlichster Art (offizielle hessische Kategorien: Praktisch-bildbar, Lernhilfe und in seltenen Fällen Erziehungshilfe) gemeinsam unterrichtet. Die Verschiedenartigkeit der Kinder ist ein wesentliches Element für den sozialen Reifeprozeß innerhalb einer Gruppe. Erst wenn Schwächere und Stärkere auf verschiedenen Gebieten sich in gegenseitiger Hilfe und Verständnis begegnen, können soziale Kräfte wirksam werden.
Die Klasse mit 10 bis 12 Schülern wird bis zum 8., 9. oder
Schuljahr von dem Klassenlehrer begleitet. Die beiden letzten
Schuljahre, die Oberstufe, beinhalten verstärkt handwerklichen Unterricht.
Dafür steht seit Oktober 2002 ein neues Gebäude zur Verfügung.