Schulkonzept der
Michael-Schule, Frankfurt am Main

Allgemeine Informationen, Unterrichtszeiten und Informationen über alle Klassen

Die Michael Schule nimmt SchülerInnen mit unterschiedlichen Entwicklungsstörungen auf (PB, LH, EH) und unterrichtet sie gemeinsam im Klassenverband. Nationalität und Religionszugehörigkeit spielen keine Rolle, sofern die Erziehungsberechtigten mit einem an christlichen Inhalten orientierten Unterricht einverstanden sind.

Die jüngsten Kinder (4 bis 7 Jahre) besuchen für ein bis drei Jahre die Eingangs- und Beobachtungsstufe. Die Gruppe wird von einer Heilpädagogin und einer Praktikantin betreut. Hier gibt es Plätze für acht Kinder. Die ErzieherInnen bemühen sich, jedem Kind in seiner individuellen Schwierigkeit zu helfen und ihm altersgemäße Erlebnisse nahe zu bringen. Im letzten Vorschuljahr wird der Übergang zum schulischen Lernen vorbereitet. Die Eingangs- und Beobachtungsstufe wird täglich von 8.30 bis 12.15 Uhr betreut.
Alle zwei Jahre wird eine 1. Klasse aufgenommen. Das Einschulungsalter liegt um das 7. Lebensjahr. In einer gemeinsamen Klasse werden also zwei Jahrgänge zusammen unterrichtet. Acht bis zwölf SchülerInnen bilden eine Klassengemeinschaft, in Ausnahmefällen auch bis zu 14. Dabei ergibt sich die Klassengröße durch das Zusammenspiel von Kindern und LehrerInnen.
Jede Klasse wird möglichst vom 1. bis 10. Schuljahr von der selben KlassenlehrerIn geführt. Feste KlassenhelferInnen gibt es in der Regel nicht. In den zwei Werkstufenjahren (11. und 12. Klasse) arbeiten Klassenlehrer, Werklehrer, und Küchenleiterin eng zusammen.

Der Schulunterricht erfolgt auf der Grundlage des Lehrplans für Waldorfschulen. Diese wird für unsere seelenbedürftigen Kinder modifiziert. Es hat sich als heilsam für alle Klassengemeinschaften erwiesen, Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen in einer Klasse zu vereinen. Die PädagogInnen bemühen sich, den Unterricht so flexibel zu gestalten, dass jedes Kind individuell erreicht und gefördert werden kann. Ziel ist die Erziehung zu möglichst selbständigem Handeln. Deshalb ist der Unterricht so angelegt, dass Denken, Fühlen und Wollen gleichermaßen angesprochen werden. Dies geschieht durch eine ausgewogene Kombination von intellektuellen, künstlerisch-musikalischen und handwerklichen Tätigkeiten.

Schulbeginn ist für alle um 8.30 Uhr. Schulschluss ist für die 1. Klasse um 11.20 Uhr. Die Schulzeit verlängert sich vin Jahr zu Jahr, bis einschließlich alle Kinder cirka in der 5. Klasse täglich bis 13 Uhr Unterricht haben. Jede Schulwoche wird mit einer gemeinsamen Morgenfeier begonnen.
Etwa von der 5. bis zur 10. Klasse gibt es klassenübergreifende, themengebundene Angebote an zwei Nachmittagen bis 15.30 Uhr. Die Teilnahme geschieht freiwillig, sollte dann aber mindestens für ein halbes Jahr verbindlich sein, um eine kontinuierliche Arbeit zu ermöglichen.
Ab der 6. oder 7. Klasse haben alle SchülerInnen einmal wöchentlich Nachmittagsunterrricht und ab der 8. Klasse zweimal, jeweils bis 15.30 Uhr.
Das 11. und 12. Schuljahr bilden die Werkstufe. Nach dem Hauptunterricht werden hier praktische Fertigkeiten vermittelt: hauswirtschaftlicher Unterricht, Gartenbau und Werken (siehe Konzept für die Werkstufe). Montags und Donnerstags wird jeweils bis 15.30 Uhr unterrichtet. Freitags endet für die Klassen 4 bis 12 um 13.00 Uhr die Schulwoche mit einem gemeinsamen Wochenabschluss in der letzten Unterrichtsstunde. Alle SchülerInnen, die nachmittags unterrichtet werden, erhalten ein warmes, vollwertiges Mittagessen aus der Schulküche (pro Essen z.Zt. 2 ¤).
Ab dem 5. Schuljahr kann klassenübergreifender Unterricht in Übungs- und Fachstunden erteilt werden, etwa in den Fächern, Rechnen, Deutsch oder Leierspiel. Hier werden die SchülerInnen – je nach Fähigkeiten – auf drei oder vier Gruppen verteilt.
Die Kinder erhalten während der Schulzeit verschiedene Therapien von speziell ausgebildeten Therapeutinnen:

Sobald ein Kind in die Michael-Schule aufgenommen ist, wird es von einer Schulärztin untersucht. Sie steht allen Eltern für Beratungen und Gespräche zur Verfügung. Lehrerkollegium, Therapeutinnen und die Schulärztin bemühen sich gemeinsam, die zur Förderung der SchülerInnen notwendigen Maßnahmen unter heilpädagogischen, therapeutischen und medizinischen Gesichtspunkten zu entwickeln.
An Stelle eines Notenzeugnisses gibt es am Ende eines Schuljahres einen schriftlichen Entwicklungsbericht und eine Beurteilung.
Die Michael-Schule bietet keinen Schulabschluss an, gleichwohl stehen wir beratend zur Seite, wenn es um die Weiterbildung des Kindes geht.

Der tägliche Unterricht
Der etwa 2-stündige Hauptunterricht gliedert sich in drei Abschnitte:
_ Rhythmischer Teil
_ Lernteil
_ Erzählteil
Alle theoretischen Fächer werden in 3- bis 5-wöchigen so genannten Epochen im Hauptunterricht erteilt. Praktische und künstlerisch-therapeutische Fächer werden dagegen in Fachstunden über die Woche verteilt.

Unterrichtsangebote

Klassen 1 bis 3
In den ersten Schuljahren nimmt der rhythmische Teil breiten Raum ein: Reime, Rhythmen, Lieder, Finger- und Bewegungsspiele - alles, was das Kind innerlich beweglich macht, wird geübt. Der Lehrer regt durch Vorsprechen und Vormachen zum Nachahmen an. Das bildet die Grundlage für die Freude am Lernen.
Die Kinder sind noch stark mit den Vorgängen und Dingen ihrer Umgebung verbunden und unterscheiden kaum zwischen innerem seelischen Erleben und dem Geschehen der Außenwelt. Sie wollen während dieser Zeit den Gehalt der Dinge innerlich empfindend erfahren. Dies geschieht auch durch das Erzählen von Märchen, Fabeln und Legenden.

Formenzeichnen
Die Kinder üben mit Wachskreide und Buntstift die verschiedenen Formen: Gerade, Krumme, Za-cke, Welle, Schleife, Spirale und Lemniskate ebenso wie Ergänzungs- und Symmetrieformen.

Schreiben
Die Buchstaben werden ihrer Form entsprechend durch Bilder eingeführt (z.B. K=König). Ein bis zwei Jahre lang schreiben die Kinder in großer Druckschrift. Gegen Ende des 2. oder zu Anfang des 3. Schuljahres erlernen sie die kleinen Druckbuchstaben, anschließend die Schreibschrift.

Lesen
Die Kinder erlernen buchstabierend das Lesen anhand dessen, was sie selbst geschrieben haben. Sobald sie darin eine gewisse Fertigkeit erlangt haben, erhalten sie auch gedruckte Texte.
Rechnen
Die Einführung der Zahlen geht von der Einheit zur Vielheit. Die Kinder lernen anhand von Gegenständen und mit Hilfe rhythmischer Bewegungen das Zählen. Wenn möglich, werden sie mit den vier Grundrechenarten vertraut gemacht und zu einfachen Rechenoperationen angeleitet.

Sachunterricht
Im 3. Schuljahr werden die Kinder mit verschiedenen Ur-Berufen bekannt gemacht, wie z.B.: Bauer, Bäcker, Schäfer, Schmied. Dabei erleben sie, wie sich der Mensch die Erde zum Lebens- und Kulturraum formte.

Englisch
Schon in der 2. oder 3. Klasse beginnt der Englischunterricht. Im Vordergrund stehen das Nachsprechen und gemeinsame Auswendiglernen von Versen und Liedern. Es werden Sing-, Finger- und Bewegungsspiele geübt.

Wasserfarbenmalen
Die Kinder malen in der Nass-in-Nass-Technik. Sie malen mit drei Grundfarben: Rot, Blau und Gelb. Dabei entstehen durch das Zusammenfließen die entsprechenden Mischfarben.

Eurythmie
Die Eurythmie ist eine von Rudolf Steiner entwi-ckelte Bewegungskunst. Durch die Eurythmie kommen die Bilde-Prinzipien, die der Sprache und der Musik zugrunde liegen, in Bewegungen des Einzelnen und der Gruppe zum Ausdruck. Die SchülerInnen machen auf diese Weise grundlegende Erfahrungen, welche die leibliche, seelische und geistige Entwicklung fördern können.
In den ersten Klassen bilden die Kinder nachahmend die Sprachlaute anhand von Geschichten, Reigen und Gedichten. Urformen wie Gerade, Gebogene, Kreis, Quadrat usw. werden als be-wegte Raumformen kennengelernt. Die Elemente des Musikalischen wie Melos, Rhythmus, Takt usw. werden als Bewegung erfahren.

Handarbeit
Jungen und Mädchen nehmen gleichermaßen am Handarbeitsunterricht teil. Die SchülerInnen beginnen mit einfachen Webarbeiten nur mit den Händen, ohne Schiffchen. Stricken, Häkeln, Sti-cken und Nähen sind weitere Tätigkeiten, die erlernt werden.

Instrumentalspiel
Die SchülerInnen werden mit der Kinderharfe, der Flöte und verschiedenen Klangspielen bekannt gemacht und lernen, diese Instrumente anfänglich zu spielen.

Spielstunde
Es werden Reigen-, Rate- und Bewegungsspiele geübt und auf vielfältige Weise wird Sinnesschulung betrieben. Auch Ball- und Hüpfspiele sind Teile dieses Unterrichts.

Klasse 4 bis 6 (Mittelstufe)
Nach dem 9. Lebensjahr tritt ein deutlicher Wandel im seelischen Erleben des Kindes ein. Es stellt sich jetzt mit verstärktem Selbstbewusstsein der Welt gegenüber. Die Unterrichtsinhalte der Mittelstufe unterstützen diesen Entwicklungsschritt. Im rhythmischen Teil des Hauptunterrichtes gibt es Sprach-, Gedächtnis- und Konzentrationsübungen. Außerdem werden Gedichte rezitiert, mehrstimmige Lieder gesungen und die unterschiedlichsten heilpädagogischen Übungen angewendet.

Deutsch
Es wird weiterhin am Übergang von der Druck- zur Schreibschrift gearbeitet. Gelesen werden zunächst kurze, mit der Zeit auch längere geschriebene und gedruckte Texte. Die Kinder werden in die Grammatik eingeführt. Orthografie und Satzzeichen sind weitere Schwerpunkte, und es werden Wort- und Satzdiktate geübt.

Rechnen
Die Kinder zeigen sehr unterschiedliche Begabungen. Es wird auf die Beherrschung des Zahlenraumes bis 100, auf das Erlernen des Kleinen-Ein-mal-Eins und das selbständige Rechnen mit den vier Grundrechenarten hin gearbeitet. Die Bruchrechnung wird eingeführt (in der 4./5. Klasse).

Formenzeichnen
Die Formen werden anspruchsvoller. Im 5. Schuljahr wird mit dem Zeichnen geometrischer Figuren aus freier Hand begonnen.

Geometrie
Im 6. Schuljahr wird der erste Geometrieunterricht erteilt. Die SchülerInnen lernen den Umgang mit Lineal und Zirkel.

Naturkunde
Im 4. Schuljahr wird das Bild vom Menschen in einer elementaren Menschenkunde vor das Kind hingestellt, daran anschließend die Tierwelt, immer in ihrer besonderen Beziehung zum Menschen. In den folgenden Schuljahren werden dem Kind unbekannte Tierformen anschaulich gemacht. Die erste Epoche über Pflanzenkunde erhalten die SchülerInnen in der 5. Klasse. Es wird die Pflanzenentwicklung im Jahreslauf durchgenommen: in der Stufenfolge vom Samen bis zur Frucht.

Naturlehre
Im 6. Schuljahr habe die SchülerInnen den ersten Physikunterricht. Es werden ihnen einfache Akustik-Experimente zur Erfahrung gebracht.
Heimatkunde/Erdkunde
In der Heimatkunde wird das Kind mit seiner näheren und weiteren Umgebung vertraut gemacht und ein erstes Verständnis für Landkarten angelegt. In der Erdkunde hört es von den Gegensätzen Hochgebirge und Flachland.

Geschichte
Das Fach Geschichte führt das Kind von der Mythologie bis zu den frühen Kulturepochen: Alt-Indien, Ur-Persien, Ägypten und Griechenland.

Wasserfarbenmalen
Das Nass-in-Nass-Malen wird fortgesetzt. Das Kind geht vom gegenstandslosen zum gegenständlichen Malen über. Epochen-Inhalte und die Kenntnisse vom Jahreslauf werden durch den Malunterrricht vertieft.

Handarbeit
Es wird das exakte Nähen von Hand geübt. Beim Sticken werden die Stiche schwieriger. Im 4. Schuljahr wird der Kreuzstich eingeführt. In der folgenden Klasse beginnen die Kinder mit dem Stricken von Strümpfen oder Handschuhen und dem Nähen von Puppen und Tieren aller Art.

Instrumentalspiel
Die Bordun-Leier wird im Zusammenhang mit einer ersten Akkordlehre zu Klangspielen eingesetzt. Das tragende Instrument für die kommenden Jahre wird die Leier sein.

Sport
Aus der Spielstunde entwickelt sich der Sportunterricht. Neben Reigen- und Bewegungsspielen kommen Laufen, Springen, Seilhüpfen, Balancieren, Stelzenlaufen und Tanz hinzu.

Musik
Die SchülerInnen lernen die Notenschrift kennen. Sie hören und spielen traditionelle Musikstücke. Während des Musizierens soll Gemeinsamkeit entstehen. Das verlangt von den SchülerInnen ein aktives und waches Gestalten.

Eurythmie
In den mittleren Altersstufen wird die Nachahmung zunehmend in das selbständige Bewegen zu Sprache und Musik überführt. Große Gegensätzlichkeit zwischen ernst und heiter in der Dynamik und der Geschwindigkeit fördert die Entfaltung äußerer und innerer Anlagen der Kinder.

Gartenbau
Mit Beginn der 6. Klasse erhalten die SchülerInnen Gartenbauunterricht. Anfänglich arbeiten sie alle in einer Gruppe und lernen gemeinsam die Arbeitsgeräte kennen - und wie sie gebraucht werden.
Sie jäten, graben, rechen, ziehen Reihen, säen, mähen, ernten und verarbeiten.

Religion
Von der 4. Klasse an erhalten alle SchülerInnen in ihrem jeweiligen Klassenverband einen konfessionslosen, christlichen Religionsunterricht. Die Teilnahme ist für alle Schüler Pflicht.

Englisch
Die Kinder üben Lieder, Gedichte und kleine Spiele sowie auch das Benennnen von Dingen in der Umgebung. Sie werden zu Frage- und Antwortspielen angeregt.

Klassen 7 bis 10 (Oberstufe)
Mit Beginn der Pubertät bekommen die Lerninhalte zunehmend einen gedanklichen Charakter. Es werden Anbindungen zur Umgebung und zum alltäglichen Leben gesucht.

Deutsch
Grammatik und Orthografie werden in vielfältiger Weise geübt, ebenso Nacherzählungen und Aufsätze. Es wird Episches und Dramatisches gelesen, Goethe und Schiller besprochen.

Rechnen
Die vier Grundrechenarten und der Umgang mit Maßen und Gewichten werden weiterhin geübt. Für einige SchülerInnen kommen Prozent-, Dreisatz- und Buchstabenrechnen hinzu.

Geometrie
Es wird die Darstellung von geometrischen Körpern geübt. Die Berechnung von Flächen und Körpern kann sich daran anschließen.
Naturkunde
In der 7. Klasse wird die Gesteinskunde eingeführt. Granit, Schiefer, Kalkstein und Basalt sind die Gesteinsarten, die den SchülerInnen nahe gebracht werden. Die Pflanzen- und die Tierwelt sind auch in der Oberstufe wichtige Bestandteile des Unterrichts. Die Menschenkunde wird im 7. Schuljahr wieder aufgegriffen.

Naturlehre
Im Physik- und Chemieunterricht werden die elementaren Erscheinungsformen genau beobachtet, um die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten zu erfahren.

Erdkunde
Die SchülerInnen lernen nach und nach die Erde in ihrer Vielgestalt kennen: von Deutschland über Europa bis hin zu den fernen Kontinenten.
Auch eine Himmelskunde schließt sich an.

Geschichte
Der geschichtliche Bogen wird gespannt vom Alten Rom bis zum Aufkommen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

Kunstgeschichte
Eine sechs Wochen dauernde Kunstepoche über Architektur und Plastik setzt im 9. Schuljahr ein. Vorbereitend für die christliche Kunstentwicklung werden die vorchristlichen Kunstepochen behandelt (Ägypten und Griechenland). Die Romanik und die Gotik schließen den Kunstunterricht der 9. Klasse ab.
In der 10. Klasse wird den SchülerInnen die Malerei von Giotto über die Meister der Renaissance (Leonardo, Michelangelo, Raffael) bis hin zu Rembrandt nahegebracht.

Malen
Neben dem Nass-in-Nass-Malen mit Aquarellfarben kommt das Schwarz-Weiß-Zeichnen mit Kohlestift hinzu. Rötel-, Blei- und Buntstift werden ebenfalls verwendet.

Handarbeit
Die SchülerInnen erlernen die Knüpftechnik, weben am Handrahmen und an der Maschine einfache Kleidungsstücke. Sie werden gegebenenfalls auch im Bügeln, Flicken und Stopfen unterwiesen.

Instrumentalspiel
Das Leierspiel wird fortgesetzt. Im 8. Schuljahr wechseln einige Schüler von der Sopran- zur Alt- oder Tenorflöte.

Sport
Es werden Stützübungen gemacht, Barrenturnen und verschiedene Sprünge geübt. Die SchülerInnen spielen Völkerball, Rollball, Korbball und Prellball. Auch das Joggen nimmt einen breiten Raum ein.

Englisch
Ab der 7. Klasse erhalten nicht mehr alle SchülerInnen Englischunterricht. Sie lernen die englische Grammatik kennen, lesen einfache Lektüren und werden zu kleinen Gesprächen angeregt.

Gartenbau
Ein wachsendes Unterscheidungsvermögen und zunehmende Eigenverantwortlichkeit ermöglichen, dass die SchülerInnen ab der 9. Klasse zu zweit ein Beet bearbeiten und in schriftlicher Form darüber berichten.
Ab der 10. Klasse erweitert sich die Gartenarbeit: Der Schwerpunkt liegt nun bei der Veredelung und Vermehrung der Pflanzen und Sträucher.

Musik
Nun kommt als wesentlicher Bestandteil des Musikunterrichts das Erzählen von Biografien der großen Meister hinzu. Hörbeispiele ergänzen und veranschaulichen das Erzählte.
Eurythmie
In den letzten Schuljahren werden mit den SchülerInnen einzeln und gemeinsam Werke der Dichtung und der Musik auf der Grundlage des Erübten zur künstlerischen Gestaltung gebracht. Ziel ist, dass innerhalb einer künstlerischen Form die individuell veranlagten Fähigkeiten zum Ausdruck und Erlebnis kommen.

Werkstufe
(Klassen 11 und 12)

Die Werkstufe hat folgende Aufgaben und Ziele:


Hauptunterricht und Fachstunden
Im Hauptunterricht werden die intellektuellen Fähigkeiten und die Kulturtechniken weiter gefördert und geübt. Ziel ist es auch, lebenspraktische Inhalte zu vermitteln (z.B. Umgang mit Geld, Sicherheit im Alltag). Gastepochen anderer Lehrer sind wünschenswert.
Begleitend zum Hauptunterricht sind Eurythmie, Sport und Malen feste Bestandteile des Unterrichts ebenso wie die Arbeit in Landwirtschaft und Garten. Unabhängig davon werden 2- bis 3-wöchige Berufspraktika durchgeführt.
Therapieangebote unterstützen weiterhin die individuelle Förderung einzelner Schüler. Am Ende der 12. Klasse steht eine Theateraufführung.

Werkstatt
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt hierbei auf der Arbeit der SchülerInnen in der Werkstatt. Handwerkliche Fähigkeiten, Arbeitsteilung als Gruppenprozess und künstlerische Fähigkeiten werden hier erübt und ausgebaut. Marktfähige, schöne Produkte werden angestrebt, aber der Leistungsfähigkeit und den Bedürfnissen der SchülerInnen angepasst. Durch das Arbeiten mit verschiedenen Materialien (z.B. Holz, Papier, Ton, Weide) und den Verzicht auf den Einsatz komplexer Maschinen werden den Schülern vielfältige Eindrücke vermittelt.

Hauswirtschaft
Eine kleine Gruppe der Schüler ist epochenweise in der Hauswirtschaft und der Küche tätig. Sie bereitet für die Schulgemeinschaft das Essen zu und deckt die Tische. Sie lernt die Verwendung und Zubereitung von Lebensmitteln und erübt die vielfältigen Arbeitsabläufe in der Küche.

Was kommt nach der Schule?
Mit zumehmendem Alter der Kinder stellt sich diese Frage immer dringlicher. Hier gilt es für jeden, die angemessene, individuelle Lösung zu finden. Hierzu werden im 11. Schuljahr zum einen Berater des Arbeitsamtes an die Schule eingeladen. Dies ist vor allem für diejenigen von Belang, die einen externen Hauptschul- oder Sonderschuabschluss anstreben, oder in ein Berufsbildungsjahr gehen. Da der bestehende Arbeitsmarkt aber in den Augen der meisten Eltern unserer Schule keine angemessenen Möglichkeiten bietet, wurde vor vielen Jahren die Einrichtung Altenschlirf und von von Schuleltern ein Förderverein gegründet. Dieser Förderverein soll Nachfolgeeinrichtungen fördern oder neu gründen, in denen auf anthroposophischer Grundlage Arbeits- und Wohnplätze für Seelenpflegebedürftige Erwachsene geschaffen werden. Ein neues Projekt ensteht unter dem Namen „Lebensbrücke“ und strebt das stadtnahe betreute Wohnen an.

Therapien
Die gesamte Unterrichtskonzeption orientiert sich am Lehrplan für Waldorfschulen unter besonderer Berücksichtigung der anthroposophischen Heilpädagogik.
In intensiver Zusammenarbeit mit den Therapeuten werden vom Klassenlehrer therapeutische Elemente in die verschiedenen Unterrichtsangebote eingearbeitet.
Zusätzlich gibt es für die SchülerInnen die Möglichkeit von Einzeltherapien, die während der Unterrichtszeit stattfinden. Die Therapieangebote sind kostenlos.

Schulärztin
Unsere Schulärztin beobachtet und untersucht Kinder mit besonderer Fragestellung. Sie arbeitet eng mit den anderen Therapeuten und Lehrern zusammen.
Den Eltern steht sie für Beratungsgespräche zur Verfügung. Auf Wunsch wird eine medizinische Behandlung auf anthroposophisch-homöopathischer Grundlage angeboten.

Heileurythmie
Die Heileurythmie ist eine Bewegungstherapie, die von einer ausgebildeten Heileurythmistin in
Zusammenarbeit mit der behandelnden Ärztin ausgeführt wird.
Mit der Heileurythmie können sowohl organisch manifeste Erkrankungen als auch funktionale Störungen, Entwicklungsverzögerungen, psychosomatische und psychiatrische Krankheitsbilder behandelt werden.

Massage
Die rhythmische Massage ist eine Weiterführung der klassischen Massage. Sie beeinflusst besonders das Leiblich-Seelische. Neben den üblichen Erkrankungen werden Auffälligkeiten der rhythmischen Prozesse des Herz-Kreislaufsystems sowie Schlaf- oder Ernährungsstörungen behandelt.
Heilbäder: Neben üblichen Bädern werden Öl-Dispersionsbäder (nach Junge) nach ärztlicher Verordnung durchgeführt.

Kunsttherapie
Die Kunsttherapie umfasst die Elemente der bildenden Kunst wie Malen, Zeichnen und Plastizieren. Die Kunst ist die Wegbereiterin für die Förderung der seelischen Entwicklung.
Die Aufgabe der Kunsttherapie besteht darin, mit Hilfe künstlerischer Mittel zu erziehen. Dabei werden die Eigenaktivitäten angeregt und somit gesundene Kräfte gefördert oder relativiert. Der künstlerische Prozess wird vom Therapeuten entsprechend der Krankheits- oder Konstitutionsform methodisch abgewandelt oder gesteigert. Die Anregung über Formen und Farben spricht den Menschen an mit seinem gesamten Wesen und hilft seiner individuellen Entwicklung.

Eurythmie
Die Eurythmie ist eine von Rudolf Steiner entwi- ckelte Bewegungskunst.
Durch die Eurythmie kommen die Bilde-Prinzipien, welche der Sprache und Musik zugrunde liegen, in Bewegungen des Einzelnen und der Gruppe zum Ausdruck. Die SchülerInnen machen auf diese Weise grundlegende Erfahrungen, welche die leibliche, seelische und geistige Entwicklung fördern können.




Kunsttherapie


Die Kunsttherapie umfaßt Elemente der bildenden Kunst wie Malen, Zeichnen und Plastizieren. Die Kunst selbst ist das Medium, um fördernd über Seelenvorgänge bis in die Lebensprozesse hinein zu wirken.
Die Aufgabe des Kunstherapeuten ist es, mit Hilfe künstlerischer Mittel zu erziehen, zu bilden und zu heilen. Dabei sollen sowohl beim Kind als auch beim Erwachsenen die Eigenaktivitäten angeregt und somit gesundene Kräfte gefördert und relativiert werden. Der künstlerische Prozeß wird vom Therapeuten entsprechend der Krankheits- oder Konstitutionsform methodisch abgewandelt und gesteigert. Die Anregung über innere Erlebnisse spricht den Menschen in seinem ganzen Wesen und seiner individuellen Entwicklung an. Der heilende Prozeß wird dabei unter der therapeutischen Begleitung von jedem Menschen aktiv selbst vollzogen.
Die Auseinandersetzung mit Material, Farbe und Form führt zum schöpferischen Umgang mit den Qualitäten der Welt und der eigenen Seele. Diese werden ihm wechselseitig erfahrbar, und er kann sie bewußt gestalten lernen.

Malen
Das Malen fördert das Erleben und Gestalten von Farbqualitäten und deren Beziehung untereinander. Im wesentlichen arbeitet man mit Aquarellfarben, aber auch mit farbiger Kreide oder Stiften.
Die therapeutischen Übungen reichen von freien Farbübungen und deren Verwandlung bis zur themengebundenen Aufgabenstellung zum Jahreslauf, den Festzeiten und der Verarbeitung eigener Eindrücke. Das Malen nach erzählten Märchen und Legenden ist Nahrung für das Seelenleben, das dadurch geordnet und gestärkt wird. Die Malübungen durchwärmen und entspannen den Organismus. Gezielt werden hier seelische Prozesse und Organtätigkeiten zu einem individuellen Ausgleich angeregt.

Formenzeichnen
Im Formenzeichnen verbindet sich das Zeichnen mit den verschiedenen Form-Gesten bis hin zur Formensprache. Bereits durch einfache Formen wird der Zeichnende in seinem Inneren angeregt und bewegt. Durch das Gestalten einer Linie und der rhythmisch ordnenden Bewegung wirkt das Formenzeichnen auf Koordination und Konzentration. Nicht allein das Auge, vielmehr der ganze Mensch macht die Bewegung der Form beim Zeichnen mit. Allmählich werden Formen nicht nur äußerlich angeschaut, sondern beim Blick hinaus in die Welt werden Formen plastisch tätig im Inneren bis in den Organbereich hinein nachvollzogen. Eine besondere Art des Formenzeichnens sind die verschlungenen Flechtmotive. Diese Formen zeigen einerseits einen verborgenen Rhythmus, andrerseits bewirken sie durch die fein differenzierte Tätigkeit des Zeichnens in Kreuzen von Linien und Bändern einen Bewußtseinsimpuls und eine wachsende Anregung der Denkkräfte.

Therapeutisches Plastizieren
Das therapeutische Plastizieren bringt Vorstellen, Erleben und Handeln in ein lebendiges Wechselspiel. Als Gestaltungsmaterial wird Ton oder Wachs mit den Händen geformt. Die Gesetze von Form, Proportion und Gestalt-Bildung können im wahrsten Sinne „begriffen“ werden. Indem sich die Leibesgestalt herausbildet, wächst und viele bis ins Alter unablässig umbildet, vollziehen sich ständig Formenbildungen und Formverwandlungen. Die plastisch-therapeutischen Übungen stärken die aufbauenden Kräfte des Organimus und fördern die ausgewogene Verbindung der Seele mit den Prozessen der Bildekräfte. Die Orientierung im Raum durch Anregung der Tast- und Gleichgewichtssinne stellt den Menschen in wohltuende, spürbare Grenzen. Übend können Kräfte und Fähigkeiten entwickelt werden, um Gestaltungsimpulsen im Leben die richtige Form zu geben.

Die therapheutische Bedeutung der Leier

In der Michael-Schule spielt der Leier-Unterricht eine besondere Rolle. Die Leier, die als Saiteninstrument 1926 von Lothar Gärtner und Edmund Pracht eigens für die Heilpädagogik entwickelt wurde, wird auf dem Schoß gehalten und ist von beiden Seiten - ähnlich der Harfe - mit beiden Händen spielbar. Es gibt Leiern in verschiedenen Größen und die Tonlagen reichen von der Sopran- über die Alt-Leier bis zur Bass-Leier. Die Kinder können ihre Feinmotorik an der Leier ausbilden und verbessern, weil alle Finger, außer dem Daumen, zum Spielen benötigt werden. Diese Fingerfertigkeit ist eine wichtige Vorraussetzung um kognitives Denken zu erlernen. Durch das musikalische Tätig-Sein lernen die Kinder Ordnungen zu erb vkennen und zu erfassen sowie sich in Takt und Rhythmus einzufügen. Beim Zusammenspiel lernen sie aufeinander zu hören. In der Mehrstimmigkeit müssen sie ihr Stimme eigenständig durchtragen. Unsere Kinder werden auch klassenübergreifend im Leierspiel unterrichtet. Auf diese Weise können wir die Kinder nach ihren Fähigkeiten gezielter fördern. Mit großer Begeisterung erarbeiten sich die Kinder kleine Repertoires, die wir nicht nur in der Michael-Schule, sondern auch bei externen Auftritten zur Aufführung bringen. Es wird bis zu vierstimmig musiziert. Das fördert das Selbstbewusstsein und das Einfühlungsvermögen. Die Konzentration wird auf diese Weise spielend geübt. Unsere Kinder erarbeiten sich mit Freude und Stolz das Leierspiel, das in unserer Schule von der dritten bis zur zwölften Klasse durchgängig unterrichtet wird.
Die
Elternarbeit
Michael-Schule ist eine kleine private Sonderschule. Das macht es möglich, dass ein reger Austausch zwischen Eltern und LehrerInnen und den Eltern untereinander stattfinden kann.
Es ist uns ein besonderes Anliegen, mit den Eltern und anderen wichtigen Bezugspersonen des Kindes im regelmäßigen Gespräch zu sein. Gerne stehen wir für Fragen zu unserem heilpädagogischen Konzept zur Verfügung. Diese können etwa bei Hausbesuchen des Klassenlehrers besprochen werden.
Für die Bezugspersonen des Kindes bieten sich neben der Hausaufgabenbetreuung mehrere Möglichkeiten, das Leben an der Michael-Schule kennenzulernen und sich selbst einzubringen:


Feste und Feiern
als wichtige Säulen des Schullebens

Während des ganzen Jahres erleben die Kinder durch den Unterricht das Wachsen, Blühen, Fruchten und Welken auf der Erde. Das Miterleben des Sonnenlaufs findet seine Höhepunkte in den Jahresfesten Ostern, Johanni, Michaeli und Weihnachten.
Zu diesen vier Festen findet jeweils eine so genannte Monatsfeier im Festsaal statt. Alle SchülerInnen sind daran mit Darbietungen aus dem Unterricht beteiligt.

Unser Faschingsfest am Rosenmontag ist für die ganze Schulgemeinschaft ein besonderes Vergnügen. Jedes Jahr wird ein Leitmotiv gewählt, das die Gestaltung (Festsaal, Köstume, Aufführungen von SchülerInnen und LehrerInnen) bestimmt. Eltern sind in Verkleidung willkommen und nehmen aktiv oder als Zuschauer teil. Die kleinen Kinder (Vorklasse bis 3. Klasse) feiern in ihren eigenen Räumen.

Zum Johannifest am 24. Juni treffen sich SchülerInnen und LehrerInnen unter den Bäumen auf dem Schulhof. Es wird getanzt, gesungen und die Geschichte von Johannes dem Täufer erzählt.
Wenn sich das Schuljahr seinem Ende nähert, feiern Schüler, Lehrer, Eltern, Freunde und Bekannte einen ganzen Nachmittag lang ein Sommerfest. Es gibt für die Kinder und Jugendlichen Geschicklichkeits-, Wett- und Ratespiele. Erwachsene, die nicht die Stände betreuen, können bei Kaffee und Kuchen oder bei Saft und Würstchen dem bunten Treiben zuschauen und einen abwechslungsreichen Sommertag im Freien bei Gesprächen und Begegnungen genießen. Ein gemeinsames Lied beschließt das Fest.
Wenn die Sommerferien sehr früh beginnen, dann feiern wir anstelle des Sommerfestes ein Herbstfest.

Einmal im Jahr findet der Tag der offenen Tür statt mit einer Ausstellung von Schülerarbeiten und einer kleinen Monatsfeier. Im Schulgarten können Produkte erworben werden und Kräutertee aus eigenem Anbau wird ausgeschenkt. Dieser Tag bietet eine gute Gelegenheit, sich über das vielfältige Schulleben zu informieren.
Am 29. September versammeln sich Schüler und Lehrer im Festsaal, um mit Mut- und Geschicklichkeitsspielen, Rezitationen, Gesang und einer Geschichte das Michaelsfest zu begehen.

Die Kinder der Vorklasse und die jüngeren Schulkinder treffen sich mit ihren Eltern am Martinstag (11. November) zum Sankt-Martins-Spiel und Laternenzug.

Der Freitagabend vor dem 1. Advent ist dem Elternadvent gewidmet. Eltern, Lehrer und Werkstufenschüler treffen sich im Festsaal zu einer Musikdarbietung oder einer Bildbetrachtung. Gemeinsamer Gedankenaustausch über weihnachtliche Symbole stimmt uns ein auf die nun bevorstehende Zeit. Bei Punsch und Gebäck ist Gelegenheit, miteinander zu plaudern oder die Kontakte untereinander zu vertiefen oder zu knüpfen. Die Gestaltung der Räume mit Tisch- und Fensterschmuck übernehmen jeweils die Eltern einer Klassenstufe.
Das Adventsgärtlein zu Beginn der Adventszeit ist eine Vorbereitung für die "Kleinen“ auf den Gang durch das Dunkel zum Licht. Auf dem Boden liegt eine große Spirale aus Tannengrün. Mitten darin steht eine leuchtende Kerze. Von Leiermusik und Gesang der älteren Mitschüler begleitet, schreiten die Kinder einzeln den Weg entlang zum Zentrum. In ihren Händen halten sie eine Kerze, die sie am großen Licht in der Mitte entzünden und von dort in den Umkreis tragen.

Wenige Tage später stellt der Nikolaus vor jeder Klassentür einen Sack ab.

Am letzten Schultag vor Weihnachten wird von den LehrerInnen oder SchülerInnen ein altes Bauernspiel - das Christgeburtsspiel - aufgeführt. Es ist das mittlere der drei Oberuferer Weihnachtsspiele. Die Trilogie beginnt mit dem Paradies- und endet mit dem Dreikönigsspiel, das nach Weihnachten von SchülerInnen aufgeführt wird.