Schulkonzept
Michael-Schule, Frankfurt am Main

Therapien

Die gesamte Unterrichtskonzeption orientiert sich am Lehrplan für Waldorfschulen unter besonderer Berücksichtigung der anthroposophischen Heilpädagogik.
In intensiver Zusammenarbeit mit den Therapeuten werden vom Klassenlehrer therapeutische Elemente in die verschiedenen Unterrichtsangebote eingearbeitet.
Zusätzlich gibt es für die SchülerInnen die Möglichkeit von Einzeltherapien, die während der Unterrichtszeit stattfinden. Die Therapieangebote sind kostenlos.

Schulärztin
Unsere Schulärztin beobachtet und untersucht Kinder mit besonderer Fragestellung. Sie arbeitet eng mit den anderen Therapeuten und Lehrern zusammen.
Den Eltern steht sie für Beratungsgespräche zur Verfügung. Auf Wunsch wird eine medizinische Behandlung auf anthroposophisch-homöopathischer Grundlage angeboten.

Heileurythmie
Die Heileurythmie ist eine Bewegungstherapie, die von einer ausgebildeten Heileurythmistin in
Zusammenarbeit mit der behandelnden Ärztin ausgeführt wird.
Mit der Heileurythmie können sowohl organisch manifeste Erkrankungen als auch funktionale Störungen, Entwicklungsverzögerungen, psychosomatische und psychiatrische Krankheitsbilder behandelt werden.

Massage
Die rhythmische Massage ist eine Weiterführung der klassischen Massage. Sie beeinflusst besonders das Leiblich-Seelische. Neben den üblichen Erkrankungen werden Auffälligkeiten der rhythmischen Prozesse des Herz-Kreislaufsystems sowie Schlaf- oder Ernährungsstörungen behandelt.
Heilbäder: Neben üblichen Bädern werden Öl-Dispersionsbäder (nach Junge) nach ärztlicher Verordnung durchgeführt.

Kunsttherapie
Die Kunsttherapie umfasst die Elemente der bildenden Kunst wie Malen, Zeichnen und Plastizieren. Die Kunst ist die Wegbereiterin für die Förderung der seelischen Entwicklung.
Die Aufgabe der Kunsttherapie besteht darin, mit Hilfe künstlerischer Mittel zu erziehen. Dabei werden die Eigenaktivitäten angeregt und somit gesundene Kräfte gefördert oder relativiert. Der künstlerische Prozess wird vom Therapeuten entsprechend der Krankheits- oder Konstitutionsform methodisch abgewandelt oder gesteigert. Die Anregung über Formen und Farben spricht den Menschen an mit seinem gesamten Wesen und hilft seiner individuellen Entwicklung.

Eurythmie
Die Eurythmie ist eine von Rudolf Steiner entwi- ckelte Bewegungskunst.
Durch die Eurythmie kommen die Bilde-Prinzipien, welche der Sprache und Musik zugrunde liegen, in Bewegungen des Einzelnen und der Gruppe zum Ausdruck. Die SchülerInnen machen auf diese Weise grundlegende Erfahrungen, welche die leibliche, seelische und geistige Entwicklung fördern können.




Kunsttherapie


Die Kunsttherapie umfaßt Elemente der bildenden Kunst wie Malen, Zeichnen und Plastizieren. Die Kunst selbst ist das Medium, um fördernd über Seelenvorgänge bis in die Lebensprozesse hinein zu wirken.
Die Aufgabe des Kunstherapeuten ist es, mit Hilfe künstlerischer Mittel zu erziehen, zu bilden und zu heilen. Dabei sollen sowohl beim Kind als auch beim Erwachsenen die Eigenaktivitäten angeregt und somit gesundene Kräfte gefördert und relativiert werden. Der künstlerische Prozeß wird vom Therapeuten entsprechend der Krankheits- oder Konstitutionsform methodisch abgewandelt und gesteigert. Die Anregung über innere Erlebnisse spricht den Menschen in seinem ganzen Wesen und seiner individuellen Entwicklung an. Der heilende Prozeß wird dabei unter der therapeutischen Begleitung von jedem Menschen aktiv selbst vollzogen.
Die Auseinandersetzung mit Material, Farbe und Form führt zum schöpferischen Umgang mit den Qualitäten der Welt und der eigenen Seele. Diese werden ihm wechselseitig erfahrbar, und er kann sie bewußt gestalten lernen.

Malen
Das Malen fördert das Erleben und Gestalten von Farbqualitäten und deren Beziehung untereinander. Im wesentlichen arbeitet man mit Aquarellfarben, aber auch mit farbiger Kreide oder Stiften.
Die therapeutischen Übungen reichen von freien Farbübungen und deren Verwandlung bis zur themengebundenen Aufgabenstellung zum Jahreslauf, den Festzeiten und der Verarbeitung eigener Eindrücke. Das Malen nach erzählten Märchen und Legenden ist Nahrung für das Seelenleben, das dadurch geordnet und gestärkt wird. Die Malübungen durchwärmen und entspannen den Organismus. Gezielt werden hier seelische Prozesse und Organtätigkeiten zu einem individuellen Ausgleich angeregt.

Formenzeichnen
Im Formenzeichnen verbindet sich das Zeichnen mit den verschiedenen Form-Gesten bis hin zur Formensprache. Bereits durch einfache Formen wird der Zeichnende in seinem Inneren angeregt und bewegt. Durch das Gestalten einer Linie und der rhythmisch ordnenden Bewegung wirkt das Formenzeichnen auf Koordination und Konzentration. Nicht allein das Auge, vielmehr der ganze Mensch macht die Bewegung der Form beim Zeichnen mit. Allmählich werden Formen nicht nur äußerlich angeschaut, sondern beim Blick hinaus in die Welt werden Formen plastisch tätig im Inneren bis in den Organbereich hinein nachvollzogen. Eine besondere Art des Formenzeichnens sind die verschlungenen Flechtmotive. Diese Formen zeigen einerseits einen verborgenen Rhythmus, andrerseits bewirken sie durch die fein differenzierte Tätigkeit des Zeichnens in Kreuzen von Linien und Bändern einen Bewußtseinsimpuls und eine wachsende Anregung der Denkkräfte.

Therapeutisches Plastizieren
Das therapeutische Plastizieren bringt Vorstellen, Erleben und Handeln in ein lebendiges Wechselspiel. Als Gestaltungsmaterial wird Ton oder Wachs mit den Händen geformt. Die Gesetze von Form, Proportion und Gestalt-Bildung können im wahrsten Sinne „begriffen“ werden. Indem sich die Leibesgestalt herausbildet, wächst und viele bis ins Alter unablässig umbildet, vollziehen sich ständig Formenbildungen und Formverwandlungen. Die plastisch-therapeutischen Übungen stärken die aufbauenden Kräfte des Organimus und fördern die ausgewogene Verbindung der Seele mit den Prozessen der Bildekräfte. Die Orientierung im Raum durch Anregung der Tast- und Gleichgewichtssinne stellt den Menschen in wohltuende, spürbare Grenzen. Übend können Kräfte und Fähigkeiten entwickelt werden, um Gestaltungsimpulsen im Leben die richtige Form zu geben.

Die therapheutische Bedeutung der Leier

In der Michael-Schule spielt der Leier-Unterricht eine besondere Rolle. Die Leier, die als Saiteninstrument 1926 von Lothar Gärtner und Edmund Pracht eigens für die Heilpädagogik entwickelt wurde, wird auf dem Schoß gehalten und ist von beiden Seiten - ähnlich der Harfe - mit beiden Händen spielbar. Es gibt Leiern in verschiedenen Größen und die Tonlagen reichen von der Sopran- über die Alt-Leier bis zur Bass-Leier. Die Kinder können ihre Feinmotorik an der Leier ausbilden und verbessern, weil alle Finger, außer dem Daumen, zum Spielen benötigt werden. Diese Fingerfertigkeit ist eine wichtige Vorraussetzung um kognitives Denken zu erlernen. Durch das musikalische Tätig-Sein lernen die Kinder Ordnungen zu erb vkennen und zu erfassen sowie sich in Takt und Rhythmus einzufügen. Beim Zusammenspiel lernen sie aufeinander zu hören. In der Mehrstimmigkeit müssen sie ihr Stimme eigenständig durchtragen. Unsere Kinder werden auch klassenübergreifend im Leierspiel unterrichtet. Auf diese Weise können wir die Kinder nach ihren Fähigkeiten gezielter fördern. Mit großer Begeisterung erarbeiten sich die Kinder kleine Repertoires, die wir nicht nur in der Michael-Schule, sondern auch bei externen Auftritten zur Aufführung bringen. Es wird bis zu vierstimmig musiziert. Das fördert das Selbstbewusstsein und das Einfühlungsvermögen. Die Konzentration wird auf diese Weise spielend geübt. Unsere Kinder erarbeiten sich mit Freude und Stolz das Leierspiel, das in unserer Schule von der dritten bis zur zwölften Klasse durchgängig unterrichtet wird.