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13.03. 03

Auf der "Wanderbaustelle" toben sich bald die Schüler aus.
Schulgemeinde der Michaelschule gestaltet den Schulhof zum Erlebnisgelände / Bis zu Werkstatteröffnung soll er fertig sein


Als "Wohnzimmerinitiative" hatte die private Griesheimer Michaelschule, eine Sonderschule mit Waldorfpädagogischer Ausrichtung, vor gut 50 Jahren begonnen - auf 58 Quadratmetern im Eichh̦rnchenpfad 1. Am Samstag machten sich Lehrer und Eltern der Schule drei Hausnummern weiter daran, 2000 Quadratmeter zu gestalten - als die Sinne fördernden Schulhof.

GRIESHEIM (rut). Zur Eröffnung des 2002 gebauten neuen Werkstattgebäudes hinter dem Eichhörnchenpfad 4 am 29. März soll der Hof ein neues Gesicht bekommen haben. Lehrerin Dorothea Elm versammelt ihre Freiwilligen, zwei Zivildienstleistende, Kolleginnen und Kollegen, ein paar Kinder und zwei Dutzend Eltern um sich im Kreis, neben ihr dampft bereits viel versprechend eine Kanne mit Kaffee, wartet Gebäck auf die motivierten Helfer. "Pausen müssen sein", betont Ehm - und verteilt gleich die ersten Aufgaben.

Eine Vorschulecke und eine Bauecke sollen auf dem Schulhof entstehen. In der Bauecke werden sich bald Mittelstufenschüler auf einer "Wanderbaustelle" austoben dürfen, der Platz vor der Werkstatt, die Pflanzungen rund ums Schulhaus und der kürzlich aufgeworfene "Höhenweg", ein schlangenförmiger Damm, der vom Schulhaus bis zu einem noch im Bau befindlichen Spielplatz führt. Der ist für die Freiwilligen ebenso tabu wie der fast fertige Ballsportplatz. Beides gestalten Spezialfirmen.

Aber für die Helfer gibt es an diesem Samstag genug zu tun. Allein der Müll, den die Freiwilligen abtransportieren müssen, wird Kräfte binden, denn, so meint Schulleiter ( Richtig muss es heißen: Geschäftsführer )Olaf Stegemann, "hier war früher eine Tongrube der Messer Griesheim, und nach dem Krieg wurde die mit Trümmerteilen aufgefüllt". Wer heute im Nordwesten Griesheims tiefer als einen Meter gräbt, trifft auf das Vorkriegsfrankfurt. Eltern füllen Schubkarren mit Pflastersteinen für Wege rund um den Sportplatz, andere verteilen Mulch, eine Lehrerin schleppt Blumen in kleinen Paletten.

"In der Mitte des Hofes legen wir vielleicht eine Wiese an. Oder Rosenbeete: Es hat sich schon einer gemeldet, der sie uns überlassen würde", plant Stegemann. Pflanzungen auf dem Schulhof würden dann ins pädagogische Konzept der Schule integriert: Die 95 Schüler aus dem Rhein-Main-Gebiet will Stegemann Verantwortungsbewusstsein und Gestaltungswillen für ihre Umgebung lehren.

Genauso wichtig ist dem Schulleiter ein kleiner freier Raum vor dem Werkstattgebäude: Da sieht er im Geiste einen Versammlungsplatz für die Schulgemeinde rund um ein junges Bäumchen entstehen. Gemeinschaft und enge Vertauensverhältnisse sind wichtig, will man die lernbehinderten Kinder fit für die Gesellschaft machen. Die innige Beziehung zwischen Pädagogen und Eltern ist auch Grund für diesen Arbeitseinsatz.

Eigentlich hoffte die Schule auf die Hilfe der Stadt Frankfurt. Doch die musste wegen des Finanzlochs im Haushalt ihre Hilfe für private Institutionen wie die Michaelschule zurückschrauben. "Gut, dass unsere Schulgemeinde funktioniert."
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Dokument erstellt am 13.03.2003 um 00:08:09 Uhr
Erscheinungsdatum 13.03.2003 | Ausgabe: WEST/NORD | Seite: 4