
GRIESHEIM (rut). Zur Eröffnung des 2002 gebauten neuen
Werkstattgebäudes hinter dem Eichhörnchenpfad 4 am 29. März soll der Hof ein
neues Gesicht bekommen haben. Lehrerin Dorothea Elm versammelt ihre
Freiwilligen, zwei Zivildienstleistende, Kolleginnen und Kollegen, ein paar
Kinder und zwei Dutzend Eltern um sich im Kreis, neben ihr dampft bereits viel
versprechend eine Kanne mit Kaffee, wartet Gebäck auf die motivierten Helfer.
"Pausen müssen sein", betont Ehm - und verteilt gleich die ersten
Aufgaben.
Eine Vorschulecke und eine Bauecke sollen auf dem Schulhof
entstehen. In der Bauecke werden sich bald Mittelstufenschüler auf einer
"Wanderbaustelle" austoben dürfen, der Platz vor der Werkstatt, die Pflanzungen
rund ums Schulhaus und der kürzlich aufgeworfene "Höhenweg", ein
schlangenförmiger Damm, der vom Schulhaus bis zu einem noch im Bau befindlichen
Spielplatz führt. Der ist für die Freiwilligen ebenso tabu wie der fast fertige
Ballsportplatz. Beides gestalten Spezialfirmen.
Aber für die Helfer gibt
es an diesem Samstag genug zu tun. Allein der Müll, den die Freiwilligen
abtransportieren müssen, wird Kräfte binden, denn, so meint Schulleiter ( Richtig muss es heißen: Geschäftsführer )Olaf
Stegemann, "hier war früher eine Tongrube der Messer Griesheim, und nach dem
Krieg wurde die mit Trümmerteilen aufgefüllt". Wer heute im Nordwesten
Griesheims tiefer als einen Meter gräbt, trifft auf das Vorkriegsfrankfurt.
Eltern füllen Schubkarren mit Pflastersteinen für Wege rund um den Sportplatz,
andere verteilen Mulch, eine Lehrerin schleppt Blumen in kleinen
Paletten.
"In der Mitte des Hofes legen wir vielleicht eine Wiese an.
Oder Rosenbeete: Es hat sich schon einer gemeldet, der sie uns überlassen
würde", plant Stegemann. Pflanzungen auf dem Schulhof würden dann ins
pädagogische Konzept der Schule integriert: Die 95 Schüler aus dem
Rhein-Main-Gebiet will Stegemann Verantwortungsbewusstsein und Gestaltungswillen
für ihre Umgebung lehren.
Genauso wichtig ist dem Schulleiter ein kleiner
freier Raum vor dem Werkstattgebäude: Da sieht er im Geiste einen
Versammlungsplatz für die Schulgemeinde rund um ein junges Bäumchen entstehen.
Gemeinschaft und enge Vertauensverhältnisse sind wichtig, will man die
lernbehinderten Kinder fit für die Gesellschaft machen. Die innige Beziehung
zwischen Pädagogen und Eltern ist auch Grund für diesen
Arbeitseinsatz.
Eigentlich hoffte die Schule auf die Hilfe der Stadt
Frankfurt. Doch die musste wegen des Finanzlochs im Haushalt ihre Hilfe für
private Institutionen wie die Michaelschule zurückschrauben. "Gut, dass unsere
Schulgemeinde funktioniert."
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Copyright å© Frankfurter Rundschau 2003
Dokument erstellt
am 13.03.2003 um 00:08:09 Uhr
Erscheinungsdatum 13.03.2003 | Ausgabe:
WEST/NORD | Seite: 4